Dienstleistung muss sich lohnen

Der Dienstleistungssektor liegt Deutschlandweit am Boden. Bereits vor Jahren schielte man nach Amerika. Dort zum Beispiel packen die Angestellten nach dem bezahlen die eingekauften Waren in die Tüten.

Nunmehr entrüstet man sich der Ausbeutung des Dienstleistungsgewerbe am Beispiel der Bahnangentur in Salzgitter. Der Leserbrief vom 02.02.2007 in der Salzgitter-Zeitung zeigt es doch letztlich deutlich auf.

Träume sollten wahr werden, als die größte Lebensmittelkette Walmart in Deutschland einen neuen Markt suchte. Mitnichten konnte sich einerseits das Konzept durchsetzen, noch schien die deutsche Mentaliät bereit dafür zu sein, für die Kunden die Tüten zu packen.

Es wird wiederholt bemängelt, dass sich die Kunden gezielt im Fachhandel über Waren informieren, diese dann aber übers Internet kaufen.

Wer kann es verdenken, wenn ich die gleiche Ware, gleicher Qualität in München billiger frei Haus bekomme, als das abholen vor Ort zzgl. Aufschlag kosten würde.

Die Zeiten haben sich nicht geändert. Vor ca. 7-10 Jahren, war es der Elektronikriese MediaMarkt aus dem Hause Metro. Viele Salzgitteraner sind eben dort hingegangen, um sich die Waschmaschine oder Geschirrspüler für wenige Geld zu kaufen oder gar liefern zu lassen.
Heute ist es keine Frage der Entfernung mehr.

Jeder muss für sich selbst wissen, was ihm die Dienstleistung vor Ort wert ist. Allein etwaige Schadensregulierungen können es nicht sein.

Warum gibts es keien Tante-Emma Läden mehr? Die Leute sind in die Großmärkte gefahren, weil es dort billiger ist. Heute geht man einkaufen zu Aldi oder Lidl. Bei letztgenannten gibt es sogar die gekannten Marken günstiger.

Es gibt nicht mehr oder weniger Garantien vor Ort. Der Händler schickt die defekte Ware auch wieder zum Hersteller.
Das kann ich auch schneller erledigen. Dabei ist der Weg zum Paketdienst heutzutage kürzer, als der zum Händler.

Vor kurzen musste ich mir vor Ort Dreistigkeit und Unverschämtheiten vorwerfen lassen; in dem ich aus (auch weiterhin) gutem Gewissen einem Händler vor Ort, meine im Internet recherchierten Preise vorschlug.

Für diesen Preis kaufe ich die Sachen gern bei Euch.

Wer hat Geld zu verschenken ?

Leben und leben lassen war die Antwort. Dem hielt ich entgegen, dass ich damit kein Problem hätte; wir kaufen die Sache jetzt woanders ! 15% Aufschlag rechtfertigt meines Erachtens keine Dienstleistung.

Ein weiteres Beispiel erlebte ich vor kurzem im Reisebüro.
Wir buchten Anfang Januar unseren Urlaub im Reisebüro. Warum ? Weil übers Internet der Schwimmkurs unserer Tochter nicht buchbar war.
Wir waren insgesamt ca. 1 Stunde im Reisebüro. Nach uns warteten bereits neue Kunden ca. 30 Minuten und dazu kamen weitere Neukunden, die sicherlich mindestens eine Stunde Wartezeit hatten.
Ohne die Zubuchung des Schwimmkurses wäre die Buchung in lediglich 10 Minuten abgeschlossen gewesen. Alle Informationen hatten wir bereits vorliegen.
Im Reisebüro musste der komplette Buchungsvorgang erledigt werden; über Internet genügen dazu 3 Klicks.
In diesem Fall zum gleichen Preis und von zu Hause aus auch allemal gemütlicher!

In einem Salzgitteraner Kleidungsfachgeschäft dürfen nicht mehr als 3 Artikel auf einmal anprobiert werden – über den Internetshop eines großes Modelabels kann man sich alle Größen bestellen, zu Hause anprobieren und bei falscher Größe oder nichtgefallen die Waren KOSTENFREI zurückschicken.

Die Liste der Beispiele lässt sich sicherlich beliebig fortführen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>