Zu Besuch im Landtag
Am 04.06.2008 besuchte ich in angenehmer Begleitung das Parlamentsgebäude des Niedersächsischen Landtags.
Zu diesen Ehren erlaube ich mir einen Gastkommentar in zwei Akten zuzulassen.
Bühne frei zum ersten Akt:
Auf Grund eines Versehens bin ich (Torsten sei Dank) kurzfristig in den Genuss gekommen, auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Klein, den Niedersächsischen Landtag zu besuchen, was auf Grund des regen Interesses im Regelfall nicht so einfach ist.
Es handelte sich um die erste Besuchergruppe, die Stefan (den ich nunmehr seit 23 Jahren gut kenne; und nicht erst durch die gemeinsame Ausbildung bei der Stadt Salzgitter; Torsten kam ja erst ein Jahr später dazu) geladen hat, seit dem er im März 2008 mit Bravour und als einer der wenigen Direktkandidaten seiner Partei (dafür mit den meisten Stimmen in Prozentpunkten) in den Landtag eingezogen ist.
Nachdem mich also Torsten aus dem Büro abgeholt hat, da er ja auch in Braunschweig arbeitet (hust), entspann sich eine Diskussion darüber, ob man in kurzen Hosen und Latschen (nicht ich!!!) den Landtag besichtigen darf, bzw. ob man es persönlich für angemessen hält.
Es stellte sich heraus, dass Torsten dann doch noch etwas Etikette besitzt, denn er hatte vorsichtshalber eine lange Hose mitgenommen, die er auch brav anzog. Auf dem Weg nach H. berichtete ich, dass mein Auto morgen zum TüV (+ ASU) in die Fachwerkstatt kommt (ist praktischer, wenn der Technische Überwachungsverein gleich vor Ort ist) und auch eine Umweltplakette geordert wurde, da man ja gelegentlich in die Landes- und auch gerne in die Bundeshauptstadt fährt, wo diese ja für das jeweilige Zentrum vorgeschrieben sind.
Da fiel es Torsten wie Schuppen von den Augen, wie man so sagt, und er stellte entsetzt fest: „Mensch Du, ich habe ja noch gar keine!“.
Mein Vorschlag, hinter dem Maschsee zu parken und das Stück zu laufen, wurde aus purer Bequemlichkeit abgeschmettert, so dass wir spontan den TÜV-Nord in Hannover aufsuchten, um das Objekt der Begierde zu erstehen. Leider gab es für Boggi nur die gelbe Plakette (ich selber habe am nächsten Tag natürlich grün bekommen *fg). Somit konnten wir in die Umweltzone feierlich einziehen, wie seinerzeit die Königin von Saba.
Also beim NDR geparkt und am Rathaus vorbei in die Altstadt geschlendert, um sich vorher in einem rosaroten Etablissement eine Stärkung zu gönnen. Torsten genoss seinen Kartoffelauflauf sowie eine Zeitschrift namens „Hinnerk“ und ich meine Spinatquiche auf Salat. Beides noch runtergespült mit je einem halben Liter Bier und dann weiter, um noch eine Stunde vor dem Leineschloss auf einer Bank das Geschehen zu beobachten. Nebenbei erging sich Torsten in einer Fotografierorgie (siehe entsprechendes Beweismaterial), die erst am Schluss der Veranstaltung ein Ende fand. Auf dem letzten Foto ist Boggi sogar selber drauf, nachdem er sich bis dahin standhaft weigerte! Dann kam der Rest der Besuchergruppe (allesamt altgediente Genossen, die Stefan beim Wahlkampf geholfen hatten), die im Gegensatz zu uns geschlossen die Dienste der Deutschen Bahn AG in Anspruch genommen hatten. Ein paar waren aus Lengede / Broistedt und der Rest aus Salzgitter. Bis auf meine Wenigkeit natürlich, denn ich lege Wert darauf, ein (mittlerweile waschechter) Braunschweiger zu sein – und das ist auch gut so!!!
Stefan nahm uns alle Einzeln in Empfang – wobei natürlich fleissig fotografiert wurde. Dann im Gänsemarsch in das Landtagsgebäude, vor dem mittlerweile mein Braunschweiger SPD-Abgeordneter (mit dem ich den Vornamen teile) rauchte; was ich schändlich fand (nicht das mit dem Vornamen, sondern das mit dem Rauchen, da ich zu den intoleranten Nichtrauchern gehöre). Taschen etc. mussten alle abgegeben werden, bei einer nicht sehr freundlichen Dame, die wahrscheinlich 3.000 mal am Tag die Frage gestellt bekommt (auch von Boggi und mir – unabhängig voneinander): „bekommen wir keine Marke?“ Routinemäßig wurde geantwortet, dass man als Gruppe die Sachen zurück erhält.
Also weiter in den Keller in einen Raum, in dem eine Dame vom Besucherservice Interessantes über den Landtag zu berichten wusste und Fragen beantwortet hätte, wenn welche gestellt worden wären. Einen Film konnte man leider nicht bieten, da dieser noch nicht fertig war und nicht den alten aus der letzten Legislaturperiode zeigen wollte. Immerhin erfuhren wir viele Dinge, die wir schon wussten (ich zumindest), was die Dame aber natürlich nicht wissen konnte. Aber ich fand sie sonst nicht schlecht – im Gegensatz zu Torsten – da ich wohl keine Erwartungen an sie hatte und sich ja kein Totalausfall war. Immerhin gab es auch das Eine oder Andere Detail, welches mir bislang nicht bekannt war. Z. B. dass die Abgeordneten im Plenarsaal nicht trinken dürfen (wie in der Schule, wo man noch nicht mal Kaugummi kauen durfte; zumindest bis zu einem gewissen Alter. Später habe ich dort sogar gegessen, Kaffee gekocht und Zeitung gelesen). Ferner war mir z. B. die Existenz eines Tunnels zwischen den Abgeordnetenbüros (nur wenige der Büros liegen direkt im Leineschloss) und dem Landtag nicht bekannt. Schließlich durften wir eine Stunde einer lustigen Debatte lauschen….
…und wie diese verlief und weitere spannende und interessante Berichte vom Landtagsbesuch erzähle ich Euch in einigen Tagen im zweiten Teil dieser Story



