Besuch im Landtag: Teil 2

IMG_4774.JPG Einige Zeit hat es gedauert, dennoch nicht vergessen: Der zweite Teil des Referates über den Lantagsbesuch im Juni 2008.
Wie gesagt: Es wurde nun ein Stunde im Plenarsaal gelauscht. Dabei ging es zu wie in einem Bienenkorb. Aus sämtlichen Türen kamen und gingen ständig Beamte und Abgeordnete. Auch hielt es Einige nicht lange auf Ihren Sitzen und spielte eine Art „Reise nach Jerusalem“. Nur ohne Musik! Unser Finanzminister z. B. (die schönste Frisur im Landtag) – der neben der frisch degradierten Kultusministerin (auch ne lustige Frisur) und dem neuen Koch-Kumpel von Heinz-Rudolf Kunze (der viel an Sympathie verloren hat – ich meine jetzt HRK, obwohl man Herrn Schünemann auch hätte meinen können, wenn man jemals Sympathie für ihn gehabt hätte) fleissig von dem Herrn neben mir fotografiert wurde – kam 10 Sekunden rein, drehte um und ging wieder (wohl im Foyer einen Kaffee trinken). IMG_4782.JPG Dann kam er wieder und setzte sich neben einen Kollegen. Dort hing er schlaff im Sessel. Dann ging es weiter zu einem anderen Abgeordneten. Kaum 5 Minuten später stellte er fest, dass man auf der Regierungsbank wohl noch besser sitzt – auch wenn dort nur gelangweilt in den Akten geblättert wurde. Dann ging es wieder zu andern Abgeordneten und so weiter. Alles natürlich ohne der Rede des jeweiligen MdL zu lauschen.
Dabei waren die Reden mitunter kurzweilig, wie z. B. die Abgeordnete, der nur 1 Minute und 28 Sekunden Redezeit zugebilligt wurden (wovon alleine 1 Minute und 23 Sekunden für den Weg zum Rednerpult und für die Eröffnungsfloskel („Herr Präsident, meine Damen und Herren“) draufgingen. IMG_4785_scharf.JPG Als 5 Sekunden später die Glocke erklang, stellte sie verdattert fest „Wie, die Zeit ist schon um?“! Oder den Abgeordneten von den Grünen, der den Antrag der Linken, den er vor einigen Jahren noch selber so ähnlich gestellt hätte, ablehnend begründete. Die ehemaligen Schmuddelkinder sind halt nunmehr angepasst und sitzen brav neben der FDP und halten Reden, die auch von Politikern der anderen sog. etablierten Parteien gehalten werden könnten.

Auch bei den Linken werden in ein paar Jahren (sogar bei CDU/CSU und FDP) die Berührungsängste glücklicherweise entschwinden, da diese ohnehin rein wahlkampftaktischer Natur sind. Es wissen ja fast alle Verantwortlichen in den anderen Parteien (auch wenn das nicht öffentlich zugegeben wird), dass der absolut größte Teil der heutigen LINKEN (abgesehen vielleicht von einigen kleinen innerparteilichen versprengten Gruppen wie z. B. die um Sarah Wagenknecht) und bis auf einige Themen (die allerdings aus wahltaktischen Gründen nur der Abgrenzung zu den anderen Parteinen dienen, z. B. um sich als einzig verbliebene Friedens- und Gerechtigkeitspartei darstellen zu können) eine demokratische Partei mit teilweise intelligenten und vernünftigen Leuten ist, mit der eine pragmatische und funktionierende Zusammenarbeit absolut möglich ist.

IMG_4797.JPG Die Stunde war jedenfalls schnell um (und man könnte noch viele Beobachtungen schildern, was allerdings an dieser Stelle nicht erfolgen soll um den geneigten Leser nicht zu ermüden – herzlichen Gückwunsch überhaupt, wer es bis hier geschafft hat, denn meine Bandwurmsätze sind ja selbst für mich eine Zumutung). Es ging nämlich weiter zu einem Gespräch mit Stefan, der tapfer unten im Plenarsaal gesessen hatte und als einer der Wenigen der Debatte gefolgt ist.

Geplant war eigentlich ein obligatorisches Gespräch mit Abgeordneten des Wahlkreises bzw. der Region aus allen dem Parlament angehörenden Parteien. Da wir aber entre nous waren (Stefan und seine Leute), wurden Frau Heister-Neumann und die Anderen kurzerhand wieder ausgeladen, was auf breite Zustimmung stieß.

Stefan gab Einblick in seine Eindrücke und ersten Schritte im Landtag und alles in allem kann man feststellen, dass man mit dem Abgeordneten Klein aus Salzgitter hoch zufrieden sein kann.

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