Gastblog: Junggeselle und Schlagermove

KP hat wieder Zeit gefunden, um die Leserschar von dem bereits vor einiger Zeit stattgefundenen Junggesellenabschied und des Schlagermoves zu berichten.

Hautnah und bis zum Schluß dabei ist hier das Ergebnis:

So, Olli ist mittlerweile „unter der Haube“ und weilte danach mit der Gattin in imerialistisch-kapitalistischen Gefilden (Florida) wo er sich sicher vom Hochzeitsstress erholte.
Insbesondere die Woche vorher war ja ziemlich actionreich für ihn. Nicht zuletzt wegen seines Junggesellenabschiedes und dem sich fast unmittelbaren anschließenden Besuch des diesjährigen Schlagermoves in Hamburg.

Treffpunkt war zunächst das Vereinsheim des Sportclubs Groß Flöthe e. V. (oder so ähnlich), wo sich die halbe Fussball-Alte-Herren-Mannschaft dieses traditions- und erfolgreichen Dorfclubs versammelt hat (ansonsten waren nur Boggi und ich zugegen), um erstmal ein (oder zwei oder drei) Bierchen zum aufwärmen zu nippen. trinkstiefel.jpg Naja, genippt hat eigentlich nur Olli, der gefühlte 3 Stunden für seinen 2-Liter-Stiefel benötigt hat.
Nur aus Kulanzgründen (weil es der erste war) hat der Delinquent einen Nagel erhalten, den er in den mitzuführenden Holzklotz schlagen durfte. Dazu muss man wissen, dass der Bräutigam in spe wie das wohl so üblich zu sein scheint (ich selber kenne mich in heterosexuellen Partnerschaftsritualen nämlich nicht so besonders gut aus) ein neues Outfit verpasst. Sprich: Obligatorisches T-Shirt mit Bild der Herzensdame und einem üblichen Spruch („Martinas Leibeigener“) drauf, Arbeitsjeans, schwere Ketten (mit dem Holzklotz dran) und das war es glaube ich schon. Achja, an die Ketten wurden kleine mit Alkohol gefüllte Fläschchen gebunden, die Olli während des Abends neben anderen Dingen (z. B. ein kleiner Plastikblumentopf, der einen besonderen Liebhaber gefunden hat) verkaufen musste, sollte, durfte.

Schließlich waren wir im Sausalitos, wo die Happy Hour genutzt wurde, um je zwei Caipis (oder Mai Tais mit Himbeeren oder anderes) von der vorher eingesammelten – nicht gerade knapp bemessenen – Umlage umzusetzen.
Anschließend gab es ein paar Meter Kölsch und Alt in der Neuen Straße (wo wird nicht verraten) und letztlich landeten wir im DAX, wo ebenfalls noch gebechert wurde. Dass Olli nebenbei ein paar Aufgaben erledigen musste. Z. B. musste er Telefonnummern von irgendwelchen Mädels sammeln, die einerseits Phantasienummern aufgeschrieben haben – toller Trick und so neu – und andererseits weitestgehend so aussahen, dass man unter anderen Umständen sicher froh gewesen wäre, wenn sie einem nur die Phantasienummer gegeben hätten.
Außerdem musste er sich getragene Socken (natürlich ebenfalls von der Damenwelt) besorgen. Alles habe ich davon jedoch nicht so mitbekommen, aber der Leser weiß sicher selber wie so etwas abläuft. Irgendwann bin ich ganz plötzlich eingeschlafen und bin mit Boggi (noch fast schlafend) zu mir gegangen, da wir vor dem Schlagermove noch etwas Schlaf haben wollten und Boggi in meinem Wohnzimmer schlafen durfte.

Auf das Frühstück haben wir verzichtet, was ein Fehler war. Wir haben Olli (der noch weniger Schlaf bekommen hatte) und Martina (die mich schließlich mit englischen Fruchtgummis gerettet hat) abgeholt und sind ganz entspannt nach Hamburg gefahren.
Dort haben wir im Etap-Hotel quartier bezogen und sind dann (nachdem wir uns schlagergerecht – die Herren u. a. mit Perücken – angezogen hatten) rüber zum Heiligengeistfeld gegangen (das quasi vor dem Hotel war). Wir wollten unbedingt rechtzeitig auf dem Wagen sein (wir hatten nämlich dieses Jahr Karten für den „Dieter-Thomas-Kuhn-Wagen“ gekauft, auch wenn diese ziemlich teuer waren), damit wir noch „Fensterplätze“ bekommen.
Die anderen 3 hatten diesbezüglich schon Erfahrung vom letzten Jahr, weil Martina mal wieder beim Radiosender gewonnen hatte. Leider waren die Relingplätze schon alle belegt, was ich ziemlich blöd fand. Ebenfalls fand ich blöd, dass die Sicherheitsvorkehrungen zum Anfang nach dem Start nicht vorhanden waren. Wir waren nämlich auf einem Doppeldeckertruck und ich hatte mich alleine nach oben in die Sonne verzogen, weil ich es dort angenehmer empfand. Die Leute gingen die schmale enge Treppe (teilweise freihändig, da sie mehrere Getränke tragen mussten) rauf und runter und der Wagen setzte sich in Bewegung und stoppte plötzlich ruckartig (weil es wie bei solchen Umzügen üblicherweise nur im Stop-and-go-Modus voran geht). Da hätte man leicht stürzen und sich (sogar tödlich) verletzen können.
Nach ein paar Minuten war man schlauer (obwohl das aus Erfahrung schon gleich von Beginn an hätte erfolgen müssen) und man stellte oben wenigstens einen Ordner hin, der den Leuten auf der Treppe Hilfestellung gab, zumal die Treppe(und nicht nur die) von den verschütteten Getränken ganz nass war (was dann noch gefährlicher ist).

Letztlich war noch blöd, dass es keine Schnittchen (wie auf einem anderen Wagen im Vorjahr) gab (wie gesagt, ich hatte nichts zum Frühstück und nichts zum Mittag). Dass Dieter Thomas Kuhn nicht auf dem Truck war, war zwar auch blöd, aber das wussten wir ja vorher. Kurioserweise waren da drei Salzgitteraner (bzw. davon zwei ehemalige) auf dem DTK-Wagen und jener war am gleichen Tage zum Konzert in Salzgitter. Zu loben wäre aber die ausgewogene Musikmischung auf dem Wagen (alles Schlager natürlich, aber nicht viel doppelt). In manchen Jahren war das ja teilweise sehr Gummibootlastig (z. B.). Nach der ersten Runde (über den Hafen zur Reeperbahn) bin ich dann runtergegangen und war überrascht, dass meine Leute dann doch Plätze an der Seite ergattert haben. So kam ich dann auf der zweiten Runde dann doch noch in den Genuss, hautnah in die Menge zu winken, was natürlich netter ist, als in der zweiten Reihe das Geschehen zu beobachten (und sich von Fans – manche tanzen sogar für einen, wenn man eine Heino-Perücke aufhat – bewundern zu lassen).

Es war sicher mal was anderes, aber ich persönlich muss sagen, dass ich beim nächsten Mal lieber wieder mitmarschiere. Die Zelte am Abend haben wir uns dieses Jahr gespart und waren – welch Wunder – früh im Bett.

Letztlich war es dann doch umsichtig und für alle entspannender, dieses Jahr nicht abends gleich wieder zurück zu fahren.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>