Nichts ausgelassen…

nichts_ausgelassen
… von Heiner Lauterbach.

Nun brauchte ich doch einige Tage um mir über das (Hör-)buch einige Gedanken zu machen. Im Hinterkopf hatte ich noch das Hörbuch von Martin Semmelrogge. Mehr oder weniger gelingt es mir nicht, beide Hörbucher einander nicht vergleichen zu wollen.

Ich habe mir Heiner Lauterbach ausgesucht, weil ich ihn als Schauspieler mag. Kennen gelernt (umgspr.) habe ich ihn mit Männer (von Doris Dörrie) und später auch gern als Kommissar in Eurocops und der Weiterentwicklung “Faust” gesehen.
Auch eher die seichteren Sachen, wie Charlie & Louise, Opernball, im Superweib oder der Schattenmann konnte ich sehen. Leider empfand ich den RTL-Komik-Ausflug mit “Mitten im Leben” nicht gelungen. Nun gut, zum Hörbuch.
Das Hörbuch besteht aus sechs CDs. Beim Hören der ersten vier CDs reifte der Gedanke in mir (ähnlichen Jargon spricht auch Heiner Lauterbach, nachfolgend nur Heiner genannt), dass er mir (dem geneigten Hörer) einen Bären aufbinden will. Fehlte tatsächlich auch nur noch der Bär in den Geschichten.

Man kann es fast garnicht glauben, was ihm in jungen Jahren alles widerfahren ist. Neben Drogen- und Alkoholkonsum, vielen Hundert Frauen kam nun auch noch Drogenschmuggel dazu, gekrönt davon, auch noch erwischt zu werden. Gefangen in einem Gefängnis, Betrug und Korruption ausgeliefert.
Kurzum, ich hatte während des Hörens das Gefühl, Heiner hat alles das erlebt, was sich vielleicht einige durchschnittlicher Männer wünschen, endend mit dem Happy-End, eine große Schauspielerkarriere inne zu haben. Eigentlich kam glaubwürdig – aber, im Zweifel für den Angeklagten, es wird schon stimmen!

Nach den heilosen Eskapaden der CDs 1-4, folgten dann (logisch!) fünf und sechs, die von Reue und Einsicht geprägt sind. Ob schlechtes Gewissen Frauen und Heirat gegenüber oder auch nur Schauspielerkollegen.
Auch hier hatte und habe ich Probleme, ihm diese Kehrtwendung so abzunehmen.
In diesen Geschichten geht es um den Heiner, den man kennt: den Schauspieler Heiner Lauterbach. Viel zu kurz die Karriere skizziert. Ich hätte gern mehr über seine Theaterengagements gelesen und die ersten Schritte im Filmbusiness. Man erinnere sich gern an den Schulmädchenreport (Schöne Grüße an Peter Bond), doch diese Annekdote streifte er nur (sehr) kurz. Schade!
Hierbei verschenkt er meines Erachtens zu viel Zeit über das Silvesterfest zur Jahrtausendwende zu sprechen.

Jede Geschichte war mit einer gewissen Tonart untersetzt, die Heiner mit etwas “Understatement” prägen soll. Er sieht sich weder als großen Schauspieler, noch als bösen Buben; genießt es jetzt früh die Feiern zu verlassen, die ihm (jetzt) nicht mehr bedeuten.. und und und.
Da hatte ich schon weniger Probleme mit Martin Semmelrogge, der zwar eine sehr ausgeprägte Stimme hat; diese in mir aber eher Sympathie weckt, als die von Heiner Lauterbach (zumindest was das Hörbuch anbelangt).

Mein (subjektives) Fazit:
Der Schwerpunkt lag mir zu sehr auf das Leben vor dem Karrieresprung, zuwenig über den Privatmenschen Heiner Lauterbach ab den 80′igern.
Ein Buch das ich gelesen habe, ich mich wohl später nicht mehr so recht erinnern kann. Es gefiel mir besser als Feuchtgebiete, jedoch kommt es Martin Semmelrogge nicht ran.
Kein Buch, dass ich nach 5 Jahren noch mal lesen (hören) würde.

Links:

  • Website von Heinter Lauterbach
  • Heiner Lauterbau bei Wikipedia
  • Hörbuch bei amazon.de
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